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Wie sind die Märchen entstanden ?

Es war einmal; so beginnen viele Märchen und am Schluss heißt es:"... und wenn sie nicht gestorben sind so leben sie noch heute." So verhält es sich auch mit den Märchen selbst. Es war einmal; vor langer; langer Zeit, dass sie entstanden, und sie sind nicht "gestorben" oder vergessen worden, sondern leben heute noch in ihrer alten Frische. Über Hunderte von Jahren wurden sie von Mund zu Mund weitergegeben, später hat man sie aufgeschrieben, so kamen sie bis zu uns.

Als die Märchen das erste Mal erzählt wurden, wussten die Menschen noch nicht soviel über die Welt, wie wir sie heute kennen. Häufig verstanden sie nicht, was um sie herum geschah. Wenn Blitze zuckten und der Donner grollte, wenn in den unergründlichen Wäldern die wilden Tiere brüllten, wenn die Flüsse über die Ufer traten und das Land überfluteten, dann glaubten sie, mächtige Geister seien am Werk. Im Wachsen der Pflanzen und im Wechsel der Jahreszeiten sahen sie zauberische Kräfte wirken, die den Erdenbewohnern freundlich oder feindlich gegenüberstanden, die ihnen halfen oder sie straften mit Dürre, Frost und Hungersnot. Saßen sie abends beieinander, so berichtete jeder von anderen seltsamen Dingen, manchmal kam ein Wanderer von weit her und brachte Geschichten mit, die noch niemand kannte. Die erzählten sie weiter und mischten sie mit den eigenen.

Doch nicht nur das Geschahen in der Natur beschäftigte in jenen fernen Zeiten die Phantasie der Menschen. Sie beobachteten auch, wie die Leute miteinander lebten und umgingen. Da gab es Schlauköpfe und Narren, Sorgsame und Liederliche, Mutige und Hasenfüße. Es gab hohe Herren, und es gab Knecht ohne Zahl. War es ebenfalls ein Werk höherer Gewalten, wenn der eine reich und mächtig wurde, während der andere, der sein Lebtag fleißig und schwer gearbeitet hatte, ein armer Schlucker blieb ?

In den Märchen, die die Menschen einander erzählten, ordneten sie die Welt nach ihren eigenen Vorstellungen. König wurde, wer es verdiente. Der Sohn armer Eltern, tapfer und klug, der den Kampf mit den Ungeheuern nicht scheute, bekam die schöne Prinzessin zur Frau und herrschte fortan gerecht. In die Märchen packten sie ihre Träume und ihre Sehnsucht nach einem besseren Leben. Deshalb blieben diese Geschichten auf der ganzen Welt so beliebt: Sie gaben den Menschen Hoffnung, dass sich alles zum Guten wenden würde. Und sie gaben ihnen Kraft im Kampf gegen unrecht und Not. Auch viele Dichter haben Märchen geschrieben und dabei von den Erzählern aus dem Volk gelernt.

Märchen

ist eine Art Volkserzählung, befriedigte das Unterhaltungsbedürfnis

Entstehungszeit- und -ort lassen sich nicht eindeutig feststellen

wurden von Generation zu Generation mündlich weitergegeben ð Volksmärchen

in ihnen wird eine Wunschwirklichkeit dargestellt wie es auf der Welt unter den Menschen zugehen sollte

sind gekennzeichnet durch ausgeprägtes Gerechtigkeitsstreben und die optimistische Lebenseinstellung

sind lehrhaft, indem das gute, anstendige und menschliche belohnt und das Böse; Ungerechte und Unmenschliche bestraft wird.

im Mittelpunkt steht ein Held, manchmal sind es auch mehere; es handelt sich aber nicht um bestimmte Persöhnlichkeiten

die Handlung stellt die Taten und Ereignisse des Helden dar, dabei überwiegt die Vorliebe für das wundersame und unwirkliche

Märchentypen

Zaubermärchen
"Rumpelstilzchen"
Tiermärchen
"Der Wolf und die sieben Geißlein"
Königsmärchen
"König Drosselbart" (11. - 13. Jh. - Zeit des Feudalismus)
Handwerkermärchen
"Der Teufel und der Drescher" (13. - 15. Jh.)
Mythologische Märchen
"Dornröschen"

 

Volksmärchen

Alle Völker dieser Erde haben ihre eigenen Märchen, die alle mündlich überliefert wurden.

Kunstmärchen

Ein Kunstmärchen ist das Werk eines Dichters. Beispiele sind "des Kaisers neue Kleider", "die unendliche Geschichte", "der kleine Prinz" ...

Märchen Sammlungen

Ende des 15 Jahrhunderts wurden in Italien die ersten Märchensammlungen herausgegeben.

Die bekannteste arabische Märchensammlung sind die "Geschichten aus 1001 Nacht"

Die bekanntesten deutschen Märchensammler sind die Gebrüder Jakob und Wilhelm Grimm ("Grimmsche Märchen" - ab 1805) und Ludwig Bechstein ("das deutsche Märchenbuch" [Bechstein Märchen]).

 
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