DEUTSCH
DEUTSCH Biographien Begriffe
 
 

Die Parabel

(von gr. parabole = die Vergleichung, das Gleichnis)

Die Parabel ist eine lehrhafte Beispielgeschichte, die von einem Vergleichpunkt aus (dem tertium comparationis) durch eine Analogie auf den gemeinsamen Sachverhalt zu übertragen ist. (Vgl. die Fabel, die eine in allen Einzelheiten übereinstimmendes Beispiel gibt, indem sie menschliche Verhältnisse in einer Stellvertretergeschichte durch Tiere und Pflanzen darstellt.)

Im Gegensatz zum verwandten Gleichnis enthält die Parabel keine direkte Verknüpfung (so - wie) mit dem zu erörternden Sachverhalt, sondern ist eine vom Gegenstand abgelöste selbständige Erzählung. Die Parabel kommt häufig in der buddhistischen und hebräischen Literatur vor (z.B. die Parabel vom "verlorenen Sohn"), findet sich in der römischen Geschichte - etwa in Menenius' Agrippa Beispiel vom "Magen und den Gliedern" - und exemplarisch in G. E. Lessings berühmter Ringparabel (nach Giovanni Bocaccio: "Decamerone" I,3) im "Nathan" III,7. Moderne Gestaltungsformen der Parabel geben Kranz Kafka (z.B. in "Vor dem Gesetz"), Bert Brecht, vor allem in den "offenen" Keuner-Geschichten sowie im "Guten Menschen von Sezuan". Auch Uwe Johnson (etwa in "Jonas zum Beispiel") verwendet die Parabel.

 

 
  Fragen und Anregungen an Andy Bartsch info@pub.ab-one.de