KUNST
KUNST Epochen der Kunst Bildanalyse Theorie
 
 

Farbeigenschaften

Drei Eigenschaften

Eine Farbe hat drei unterschiedliche Eigenschaften: den Farbwert, den Tonwert und die Intensität. Der gängige Begriff "Farbe" faßt alle drei Eigenschaften zusammen. Der Farbwert ist der Name einer Farbe - beispielsweise Rot, Gelb oder Blau. Meint man die Helligkeit oder die Dunkelstufe der Farbe, spricht man vom Tonwert. Die dunklen Abstufungen der Farbe nennt man Schattierungen, die hellen Helligkeitsstufen. Mit Intensität bezeichnet man die Leuchtkraft oder Brillanz einer Farbe. Eine hohe Intensität wirkt lebhaft, während eine Farbe mit niedriger Intensität stumpf oder auch getrübt aussieht. Stumpf ist aber keineswegs gleichbedeutend mit langweilig, sondern lediglich die "matte" Variante von brillant.

Farben als Symbol

Farben haben auch symbolhafte
Bedeutungen. Rot beispielsweise steht
für leidenschaftliche Gefühle, für Liebe,
Freude, aber auch für Ärger und Zorn.
Rot gilt außerdem als festliche Farbe:
Denken Sie an einen dekorierten
Weihnachtsbaum mit roten Kerzen.
Bei Staatsbesuchen wird der rote
Teppich ausgerollt, und rote
Samtvorhänge im Theater betonen den
glanzvollen Rahmen. Als ausgesprochen
lebensbejahende Farbe läßt Rot
Kraft und Kreativität denken. Diese
Bedeutungen schwingen mit, wenn Sie
Rot in Ihren Blumen einsetzen

Farbkontrast

Der stärkste Farbkontrast
überhaupt ist der aus Lila und
Gelb. Hier fällt der größte
Hell-Dunkel-Kontrast mit einem
extremen Buntheitskontrast
zusammen. Die Farbkombination
wird als sehr auffällig,
großflächig eingesetzt auch
als schrill empfunden.

Komplementärfarben lassen sich in der Gestaltung eines Bildes
auf vielfältige Weise nutzen. Kontrastvoll gegeneinandergesetzt,
entfachen sie ein wahres Feuerwerk an Farbigkeit; mischt man sie miteinander; entstehen weiche, gedämpfte Töne voller Harmonie.

Komplementäre Schatten

Schatten werden nur allzu oft als Nebenschauplätze eines Bildes abgetan und vereinfacht in Grau dargestellt. Die Folge davon ist, daß sie flach und langweilig aussehen. Das beste Rezept gegen flache Schatten ist der Einsatz von Komplementärfarben. Um einen Schatten lebhaft darzustellen, malen Sie ihn in der Komplementärfarbe seines Gegenstandes. Geben Sie einer Orange einen blauen Schatten, einem roten Apfel einen grünen und einer Banane einen violetten. Dafür sollten Sie aber nicht die reinen und kräftigen Versionen dieser Farben nehmen, sondern die gedämpften, dunkleren Tonwerte.

Komplementärfarben mischen

Eine weiter Möglichkeit, die Wechselwirkung von zwei Komplementärfarben zu nutzen, ist, sie miteinander zu mischen. Damit rufen Sie eine gänzlich andere Wirkung hervor: Die Farben neutralisieren einander und bilden - je nach Mischungsverhältnis - unterschiedlichste Grautöne. Es entstehen gedämpfte Grautöne mit feinen Farbanklängen, die viel interessanter und nuancierter sind als die Graus aus Schwarz und Weiß.

Nehmen Sie zum Beispiel die Komplementärfarben Rot und Grün, und mischen Sie diese in wechselnden Anteilen. Sie erhalten gebrochene, bräunliche Rottöne: Erdtöne, die Siena und Ocker ähneln. Geben Sie tu den Mischungen Weiß, entsteht eine Reihe von feinen, farbigen Grautönen.

Es macht Freude, mit solchen Grauabstufungen zu arbeiten, denn sie liefern einen dezenten Hintergrund für intensive, lebhaftere Farben. Sie sind voller Harmonie und wirken niemals aufdringlich.

Farben dämpfen

Wenn eine Farbe auf Ihrem Bild zu dominant ist
können Sie sie zurückdrängen, indem Sie ein
wenig von ihrer Komplementärfarbe hineinmischen.
Ein flammendes Rot wird mit Grün gedämpft.

Sehen Sie zwei Blautöne ?

kunst_farbe_blau.gif (4072 Byte)

Ist das Blau der beiden kleinen Quadrate in der Mitte der große Quadrate dasselbe?

Das Blau beider Quadrate ist tatsächlich identisch, aber das linke Blau wirkt intensiver, weil es von Orange, seiner Komplementärfarbe, umgeben ist. Wenn Sie sich das Blau links anschauen, sehen Sie den ebenfalls blauen "Schatten" des komplementären Orange gleichzeitig mit . Er addiert sich zum Blau im kleinen Quadrat.

Bei dem Quadrat rechts wird das Blau nicht verstärkt, weil Violett und Blau keine Komplementärfarben sind.

Das Blau und das Orange ziehen sofort die Blicke auf sich. Kein Wunder: Orange ist für sich allein schon eine der kräftigsten Signalfarben. Und neben dem komplementären Blau steht es im stärksten Farbkontrast, der überhaupt denkbar ist - die Farben scheinen den Betrachter geradezu anzuschreien.

Das optische Phänomen, das dieses Farbenpaar so wirkungsvoll hervorhebt, wird als Simultankontrast bezeichnet.

Sie können den Simultankontrast aber auch viel dezenter nutzen. Tupfen Sie ein wenig Rot oder Rotbraun in grünes Laub oder Gras, und schon wirkt es lebendiger. Oder wollen Sie den Blick auf den Schwerpunkt des Bildes lenken? Dann setzen Sie zwei Komplementärfarben in seine Nähe.

 
  Fragen und Anregungen an Andy Bartsch info@pub.ab-one.de