KUNST
KUNST Epochen der Kunst Bildanalyse Theorie
 
 

Farbkontraste

Im allgemeinem unterscheidet man sieben Farbkontraste:

  1. Der Farbe-an-sich-Kontrast ist der einfachste. Die Primärfarben (Rot, Blau, Gelb) geben zusammen den stärksten Ausdruck dieses Kontrastes, der aber auch durch Zusammenstellung von mindestens drei anderen reinbunten Farben zustande kommt. Der Farbeindruck kann als "bunt" bezeichnet werden.
     
  2. Der Hell-Dunkel-Kontrast ist der optische Primärkontrast. Ohne ihn könnten wir die Gegenstände unserer Umgebung nicht unterscheiden (Licht-Schatten-Wirkung). In der Malerei dient das Hell-Dunkel vor allem zur Darstellung von Plastizität ("Modellierung") und Tiefenräumlichkeit (Luftperspektive: In der Ferne Liegendes erscheint heller als das Naheliegende).
     
  3. Der Warm-Kalt-Kontrast beruht auf subjektiven Empfindungen, Rotorange gilt als die wärmste, Blaugrün als die kälteste Farbe. Ob eine Farbe als warm oder kalt empfunden wird, hängt von der danebenliegenden Farbe ab. Neutrale Farben sind Gelb, Violett und Grün.
    Die räumliche Wirkung der Farben (warme Farben scheinen nach vorn zu kommen, kalte zurückzutreten) wird zur Erzeugung von Tiefenräumlichkeiten eingesetzt ("Farbperspektive").
     
  4. Der Komplementär-Kontrast ist der stärkste Farbkontrast. Zwei Farben, die sich im Farbkreis gegenüberliegen und zusammengemischt neutrales Grau ergeben, werden als komplementär bezeichnet. Der Ausdruck "komplementär" stammt aus der Physik. Bei der additiven Farbmischung "ergänzen" (lat. complere) sich nämlich zwei komplementäre Farben zu Weiß, d.h. zur Totalität der Farben.
    Der Komplementärkontrast erfüllt in der Malerei die Funktion, die Farben zu höchster Leuchtkraft zu steigern.
     
  5. Der Intensitätskontrast (bzw. Qualitätskontrast) ist der Kontrast zwischen einer leuchtenden und einer getrübten Farbe. Trübung entsteht durch Mischung mit Weiß, Schwarz, Grau oder der Komplementärfarbe.
     
  6. Der Quantitätskontrast bezieht sich auf das Größenverhältnis von zwei oder mehreren Farbflecken.
     
  7. Der Simultankontrast ist ein optischer Komplementärkontrast. Zu einer gegebenen Farbe bildet sich gleichzeitig (simultan) im menschlichen Gehirn die Komplementärfarbe und "überflutet" (simultane Influenz) die Ausgangsfarbe. Die komplementäre Farbempfindung kann auch "sukzessiv" (nachfolgend) ausgelöst werden: Nach längerer Betrachtung einer Farbfläche erzeugt das Auge die Gegenfarbe.
    Man erklärt diese Erscheinung damit, daß das Auge nach der Totalität der Farben verlangt und den fehlenden "Teil" (Komplementärfarbe) selbst erzeugt
 
  Fragen und Anregungen an Andy Bartsch info@pub.ab-one.de